BWI Ausgabe 03/2026

Expertentipp Mit Wärmepumpen lässt sich die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren. Damit die versprochenen Effizienzvorteile tatsächlich erreicht werden, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein. Vier Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom? Das klingt zunächst wie ein Perpetuum mobile. Tatsächlich erzeugt die Wärmepumpe die zusätzliche Energie aber nicht selbst, sondern nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Eine gut eingestellte Anlage benötigt für drei bis vier Kilowattstunden Wärme lediglich eine Kilowattstunde Strom. Von mittelalterlicher Mystik ist das weit entfernt. Wann ist eine Wärmepumpe effizient? Als ausreichend effizient gilt ein Verhältnis von einer Kilowattstunde Strom zu drei Kilowattstunden Wärme. Dann bewegen sich die Heizkosten ungefähr auf dem Niveau eines Gasbrennwertkessels. Bei einem Verhältnis von vier zu eins fallen sie deutlich geringer aus. Wovon hängt die Effizienz ab? Die Effizienz wird von mehreren Faktoren beeinflusst: der gewählten Wärmequelle, der Geräteeffizienz, der Planung, der Wärmeverteilung im Gebäude, der Installationsqualität und dem laufenden Betrieb. Die Wärmequelle Je geringer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizsystem, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Erdreich und Grundwasser liefern ganzjährig relativ konstante Temperaturen und bieten deshalb bessere Bedingungen als Außenluft. Allerdings sind die dafür nötigen Bohrungen oder Erdarbeiten aufwendig, weshalb sich viele Verbraucher:innen für die Luft-Wasser-Wärmepumpe entscheiden. Die Geräteeffizienz Auch zwischen den Herstellern gibt es Unterschiede. Orientierung bieten Kennzahlen wie COP und SCOP. Während der COP die Leistung unter festgelegten Bedingungen beschreibt, bildet der SCOP den realistischeren Jahresbetrieb ab. Ein SCOP von 4,5 bedeutet beispielsweise, dass aus einer Kilowattstunde Strom 4,5 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden. Die richtige Dimensionierung Ist die Wärmepumpe zu groß ausgelegt, schaltet sie sich ständig Dipl.-Ing. (FH) Florian Lörincz Energieberater der Verbraucherzentrale Niedersachsen ein und aus. Dieses sogenannte Takten senkt die Effizienz und erhöht den Verschleiß. Die notwendige Leistung wird über eine Heizlastberechnung ermittelt. Pufferspeicher können zusätzlich Effizienz und Lebensdauer verbessern. Heizflächen und Installation Große Heizflächen benötigen niedrigere Vorlauftemperaturen und verbessern dadurch die Effizienz. Fußbodenheizungen bieten ideale Voraussetzungen, moderne Wärmepumpen arbeiten jedoch meist auch mit Heizkörpern ausreichend wirtschaftlich. Ebenso wichtig sind ein hydraulischer Abgleich, gut gedämmte Rohrleitungen und korrekt eingestellte Regelungsparameter wie Heizgrenztemperatur, Bivalenztemperatur und Vorlauftemperatur. Sie helfen, unnötige Energieverluste zu vermeiden. Effizienz kontrollieren Die Effizienz sollte regelmäßig überprüft werden. Dabei wird die erzeugte Wärmemenge ins Verhältnis zum Stromverbrauch gesetzt. Über ein Jahr betrachtet ergibt sich daraus die Jahresarbeitszahl, die idealerweise bei drei oder höher liegt. Das heißt: Die Effizienz einer Wärmepumpe wird nicht nur vom Gerät selbst bestimmt. Planung, Auslegung, Installation und Betrieb spielen eine entscheidende Rolle. Wer diese Faktoren berücksichtigt, kann Heizkosten senken und zugleich die Lebensdauer der Anlage erhöhen. rk Ist meine Wärmepumpe effizient? Kein Perpetuum mobile, sondern Physik Foto: privat Foto: AdobeStock/Hermann 32 Energiesparen

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