Kooperationspartner des Verband Wohneigentum BWIBAUEN | WOHNEN | IMMOBILIEN DAS LEITMAGAZIN RUND UM DIE IMMOBILIE IN NIEDERSACHSEN BESSER SCHLAFEN Guter Schlaf ist planbar: Mit den richtigen Akzenten für Ruhe und Entspannung sorgen HEIZSYSTEME Wärmepumpen: Von der Installation bis zum Home Energy Management System (HEMS) BAUFINANZIERUNG Profis verraten ihre besten Strategien: Erfolgreich ins Eigenheim trotz höherer Zinsen Nr.3 | Herbst 2026
10. – 18. OKTOBER
Foto: Redaktion www.mehrwertmakler.de EDITORIAL Liebe Leserinnen, liebe Leser! Als Hannoveranerin hat mich bei der Heftplanung eine Geschichte besonders bewegt: Ein tonnenschweres Blockheizkraftwerk schwebt an einem Autokran rund 30 Meter durch die Luft und zieht in das markante Terrassenhaus am Mühlenberg ein. Klingt spektakulär? War es auch. Der Einbau ist zwar schon eine Weile her, aber: Hersteller Energiewerkstatt hat uns für unseren Beitrag die neuesten Betriebsdaten zur Verfügung gestellt. Und sie zeigen eines: Energieversorgung kann so einfach, günstig und klimafreundlich sein – und direkt aus Hannover stammen! Was hinter dem Projekt steckt, erfahren Sie ab Seite 42. Derzeit freuen wir uns schon auf die nächste Auflage der Hannover Lounge auf der infa: Vom 10. bis 18. Oktober 2026 dreht sich im Expertenforum wieder alles um die Themen Bauen, Wohnen und Modernisieren. Ob Baufinanzierung, Dachbegrünung, Interior Design oder barrierefreier Badumbau: Das Expertenforum hält zahlreiche Anregungen und praktische Tipps bereit. Nach den Talkrunden – wie immer charmant moderiert von Sabine Ehlers von Radio Hannover –stehen die Fachleute gerne für individuelle Fragen zur Verfügung. Nutzen Sie die Gelegenheit! Das Programm der Hannover Lounge finden Sie auf Seite 60/61 dieser Ausgabe. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bleibt ungebrochen, der Weg dorthin erscheint aber steiniger. Deshalb haben wir als Schwerpunkt die Baufinanzierung besonders in den Blick genommen. Wir haben Expertinnen und Experten gefragt, worauf es bei Finanzierung, Planung und den ersten Schritten Richtung Eigenheim ankommt. Ihre wichtigsten Tipps und Einschätzungen lesen Sie ab Seite 44. Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen Ihre Regine Krüger, Chefredakteurin
40 Neue Regeln in Kraft Energieausweise: Was man jetzt beachten sollte 18 Die unterschätzten 3.000 Stunden Das Bett als wichtiger Faktor für ein gesundes Leben In der aktuellen Ausgabe geht es um Heizsysteme, Baufinanzierung sowie darum, wie man besser schlafen kann. Über diesen QR-Code gelangen Sie zur aktuellen Online-Ausgabe. Kooperationspartner des Verband Wohneigentum BWIBAUEN | WOHNEN | IMMOBILIEN DAS LEITMAGAZIN RUND UM DIE IMMOBILIE IN NIEDERSACHSEN BESSER SCHLAFEN Guter Schlaf ist planbar mit den richtigen Akzenten für Ruhe und Entspannung sorgen HEIZSYSTEME Wärmepumpen: Von der Installation bis zum Home Energy Management System (HEMS) BAUFINANZIERUNG rofis verraten ihre besten Strategien: Erfolgreich ins Eigenheim trotz höherer Zinsen Nr.3 | Herbst 2026 Titelfoto: AdobeStock/Crispifly 19 Gut gebettet schläft man besser concept NATURHAUS: Irrtümer beim Bettenkauf 20 Guter Schlaf ist planbar! Wie Architektur und Interior Design unsere Regeneration beeinflussen können 22 Nachgefragt: Wie gelingt ein guter Schlaf? Gut schlafen beginnt mit der richtigen Wahl 24 Bauen leicht gemacht: Der Gebäudetyp E Der BWI-Rechtstipp 25 Graffiti-Entfernung vom Profi Saubere Lösungen für Fassaden und öffentliche Räume 26 Raumwende unterm Dach Wie aus einer ungenutzten Fläche neuer Wohnraum für die ganze Familie entstand 27 Aber was ist mit dem Einkommen? Das Haus ist versichert. ENERGIESPAREN 28 Gemeinsam Wasserstoff denken, gemeinsam handeln Wasserstoffnetzwerk Leine-Weser 30 Zuerst die Fenster, dann die Heizung Warum eine Sanierung meist nicht mit der Heiztechnik beginnen sollte 6 Kurz notiert WOHNEN 10 »Die Vielfalt macht den Reiz aus« BWI im Gespräch mit Thomas Edathy 14 Infrastruktur aus einer Hand Die Stadtwerke Celle im Überblick 15 Neues Konzept für individuelle Lichtgestaltung CPE-Lichtstudio 16 Wohnen und Immobilien neu denken Wenn sich das Leben verändert 17 Großes Design für kleine Küchen Wie Kvik bei wenig Platz Küchenträume erfüllt 18 Die unterschätzten 3.000 Stunden Das Bett als wichtiger Faktor für ein gesundes Leben 4 Inhaltsverzeichnis
52 Schutz vor Starkregen im Hausgarten Gartenberatung vom Verband Wohneigentum Niedersachen e.V. 32 Ist meine Wärmepumpe effizient? Kein Perpetuum mobile, sondern Physik 34 Die Heizung fit für den Winter Mit einfachen Handgriffen Energie und Geld sparen 36 Trotz Nachzahlung maximal zufrieden Ein Jahr Wärmepumpe – ein Fazit 38 Ihr Energiesystem im Griff Viessmann Home Energy Management System (HEMS) 40 Neue Regeln in Kraft Energieausweise: Was man jetzt beachten sollte 41 Optionen für die Zukunft Wärmepumpen-Hybridkessel für schrittweisen Einstieg in regeneratives Heizen 42 Terrassenhaus Mühlenberg setzt auf Kraft-Wärme-Kopplung Neue Werte zeigen hohe Effizienz des BHKW BAUFINANZIERUNG SPEZIAL 44 Eigenheim trotz höherer Zinsen Strategien für eine solide Baufinanzierung OUTDOOR & GARTEN 50 Vom Parkdeck zur grünen Stadtoase Hannover eröffnet ersten City Roof Walk 52 Schutz vor Starkregen im Hausgarten Gartenberatung vom Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V. 54 Wurzeln schlagen vor der Haustür Neues von Gartencoach Ellen Bielert 56 Pflanzenschutz neu gedacht Den Garten ohne Chemie vor Schädlingen schützen MESSEN & VERANSTALTUNGEN 58 Trends, Inspiration & pures Erlebnis infa vom 10. bis 18. Oktober, Messegelände Hannover 60 Hannover Lounge 2026 Das Expertenforum für modernes Wohnen 62 Wo Trends auf Menschen treffen Neue Formate auf Norddeutschlands größter Verbrauchermesse 64 Impulse setzen für die Bauwirtschaft Das war die 71. NordBau 65 Anpacken. Jetzt erst recht! 18. EffizienzTagung klimaneutral Bauen+Modernisieren 66 Impressum 44 Eigenheim trotz höherer Zinsen Strategien für eine solide Baufinanzierung 32 Ist meine Wärmepumpe effizient? Kein Perpetuum mobile, sondern Physik herbst 2026 5
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V. Erbfall Immobilie Immobilien zählen häufig zu den wertvollsten Vermögenswerten, die innerhalb einer Familie weitergegeben werden. Doch eine geerbte Wohnung oder ein Haus ist nicht immer ein Gewinn, denn mit der Immobilie können auch Schulden, steuerliche Belastungen oder andere Verpflichtungen verbunden sein. Zudem kann eine frühzeitige Übertragung unter bestimmten Voraussetzungen später Auswirkungen auf mögliche Pflegekosten haben. Der Ratgeber „Immobilie vererben und erben“ erläutert, wie sich Immobiliennachlässe vorausschauend und konfliktfrei regeln lassen. Anschaulich erklärt er die verschiedenen Wege der Übertragung, etwa per Testament oder Schenkung, und zeigt typische Fallstricke auf. Ein Schwerpunkt liegt auch auf Erbengemeinschaften, da sich Immobilien im Gegensatz zu Geldvermögen nicht ohne Weiteres aufteilen lassen. www.verbraucherzentrale.de Expertentipp des VPB Regenwasser im Haushalt nutzen Steigende Temperaturen und längere Trockenperioden machen den sparsamen Umgang mit Trinkwasser auch für Hausbesitzer:innen zur Pflicht. Wer Regenwasser sammelt und für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine nutzt, kann den Verbrauch von Trinkwasser und damit die laufenden Kosten senken. Für die Nutzung stehen Systeme zur Verfügung, die fachgerecht geplant und installiert werden müssen. Bausachverständige können dabei helfen, passende Anlagengrößen zu ermitteln und Planungsfehler zu vermeiden. Den Einsparungen stehen allerdings Investitions- und Wartungskosten gegenüber, sodass sich die Anlagen meist erst nach vielen Jahren amortisieren. Darüber hinaus entlasten Regenwassertanks und Zisternen bei Starkregen die Kanalisation und leisten so einen Beitrag zum Schutz vor Überflutungen. www.vpb.de Wer Regenwasser in großen Mengen sammelt und im Haushalt nutzt, spart Trinkwasser aus der Leitung und damit Kosten. kurz notiert Bild: KI-generiert mit ChatGPT Region Hannover bringt Energiegenossenschaft auf den Weg Beteiligung an Energiewende-Projekten Die Region Hannover plant die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft, um Menschen in der Region eine finanzielle und demokratische Beteiligung an Energiewende-Projekten zu ermöglichen. Einen entsprechenden Beschluss hat die Regionsversammlung jetzt gefasst. Die Genossenschaft soll bestehende lokale Energiegenossenschaften ergänzen und insbesondere größere, kommunenübergreifende Projekte unterstützen. Als erste Vorhaben kommen Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden in Betracht. Die Gründung wird derzeit vorbereitet, die Gründungsversammlung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Beteiligen können sich Privatpersonen, Kommunen, Unternehmen und Institutionen; ein Geschäftsanteil soll 500 Euro kosten. Die neue Genossenschaft soll dazu beitragen, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und die regionale Wertschöpfung vor Ort zu stärken. www.klimaschutz-hannover.de Foto: AdobeStock/anatoliy_gleb Wer sich als Gründungsmitglied der Genossenschaft engagieren oder bereits Anteile vorzeichnen möchte, erhält beim Fachbereich Energie und Klima der Region Hannover weitere Informationen. 6 Kurz notiert
Neues Magazin für kleine Wohnformen Kleiner Wohnen 2026/27 erschienen Tiny Houses, Modulhäuser und andere Kleinwohnformen stehen für neue Wege des Wohnens, Arbeitens und Lebens auf begrenzter Fläche. Das Jahresmagazin Kleiner Wohnen 2026/2027 greift in 25 Fachbeiträgen aktuelle Entwicklungen der Branche auf und informiert über Planungs-, Grundstücks- und Genehmigungsfragen. Weitere Schwerpunkte sind die Kosten von Tiny Houses sowie Vergleiche verschiedener Angebote und Wohnkonzepte. Auch technische Themen wie die aktualisierte Tiny-House-Norm, Heizsysteme, Elektrotechnik und baubiologische Aspekte werden vorgestellt. Darüber hinaus beleuchtet das Magazin alternative Wohnformen für Familien, ältere Menschen und gemeinschaftliche Wohnprojekte. Ergänzt wird die Ausgabe durch zahlreiche Projektbeispiele, Hausvorstellungen und aktuelle Branchennachrichten. Das 98-seitige Jahresmagazin ist für 9,40 Euro im Zeitschriften- und Buchhandel erhältlich. www.verlagsprojekte.de Heizkostenprognose von co2online Fossile Heizungen: Kostenfalle trotz Bio-Treppe Wer heute eine neue Heizung einbaut, legt damit auch die Energiekosten der kommenden Jahrzehnte fest. Eine aktuelle Heizkostenprognose des Verbraucherportals co2online kommt zu dem Ergebnis, dass Gas- und Ölheizungen langfristig deutlich höhere Kosten verursachen als Wärmepumpen. Gründe sind steigende CO2-Preise, höhere Netzkosten sowie gesetzlich vorgesehene Beimischungen von Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus können dadurch über einen Zeitraum von 20 Jahren Mehrkosten bis 42.000 Euro gegenüber einer Wärmepumpe entstehen. Wärmepumpen gelten als besonders effizient, da sie aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Wärme erzeugen können. Auch Fernwärme und Pelletheizungen schneiden in den Berechnungen günstiger ab als fossile Heizsysteme. Die Studie empfiehlt daher, bei der Heizungswahl nicht nur die Anschaffungskosten, sondern vor allem die langfristigen Gesamtkosten zu berücksichtigen. www.co2online.de Die Autor:innen betrachten in dem neuen Jahresmagazin auch neue Formen des Wohnens. Die co2online-Heizkostenprognose betrachtet die Entwicklung der Heizkosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche im Zeitraum 2026 bis 2045. Verbraucherzentrale Niedersachsen Vorräte vor Schädlingen schützen Vorratsschädlinge wie Mehlkäfer, Lebensmittelmotten oder Schaben befallen häufig trockene Lebensmittel wie Mehl, Reis, Nüsse, Nudeln, Schokolade oder Gewürze. In die Wohnung gelangen sie meist über eingekaufte Lebensmittel, können aber auch durch offene Fenster und Türen ins Haus kommen. Um einem Befall vorzubeugen, sollten Vorräte kühl, trocken und in gut verschließbaren Behältern aufbewahrt werden. Zudem empfiehlt es sich, neu gekaufte Lebensmittel regelmäßig auf mögliche Schädlinge zu kontrollieren und die Luftfeuchtigkeit in der Küche möglichst gering zu halten. Werden Anzeichen wie Gespinste, Larven oder Käfer entdeckt, sollten betroffene Lebensmittel umgehend entsorgt und Vorratsschränke gründlich gereinigt werden. Pheromonfallen können dabei helfen, einen Befall einzudämmen, ersetzen jedoch nicht die regelmäßige Kontrolle der Lebensmittel- bestände! verbraucherzentrale-niedersachsen.de Foto: magnific Schädlinge werden oft mit eingekauften Lebensmitteln eingeschleppt, etwa über Mehl, Reis, Nüsse oder Gewürze. Foto: Pexels/Francesco Ungaro herbst 2026 7
Grafik: NBank Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V. Neue Geschäftsführung Zum 1. August 2026 hat Rechtsanwalt Gavin Ennulat die Geschäftsführung im Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V. von Tibor Herczeg übernommen. Der Barsinghäuser bringt viel kommunalpolitische und ehrenamtliche Erfahrung mit und beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen bezahlbares und nachhaltiges Wohnen. Zuvor war der Jurist u.a. ehrenamtlich Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Barsinghausen und Ratsmitglied. In seiner neuen Funktion möchte Ennulat den Austausch mit den Landesverbänden, Partnern und politischen Akteuren intensivieren und dabei an die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers anknüpfen. Als besondere Stärke des Verbands sieht Ennulat das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder, deren Erfahrungen eine wichtige Grundlage für die Interessenvertretung gegenüber der Politik bilden. Wohneigentum versteht er als wichtigen Baustein für Lebensqualität, Sicherheit und Altersvorsorge, der auch für junge Menschen erreichbar bleiben sollte. www.meinvwe.de Klimafreundliche Mobilität Niedersachsen bleibt Pedelec-Land Nummer 1 Niedersachsen bleibt das Bundesland mit der höchsten Pedelec-Verbreitung in Deutschland. Inzwischen besitzt nahezu jede vierte Person ein Elektrofahrrad, wobei die Nutzung zunehmend auch bei jüngeren Menschen an Bedeutung gewinnt. Viele Pedelec-Fahrende legen Wege zur Arbeit, Ausbildung oder in der Freizeit mittlerweile mit dem Rad statt mit dem Auto zurück. Das Land sieht darin einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität, Gesundheit und Klimaschutz. Um den Radverkehr weiter zu stärken, investiert Niedersachsen 2026 rund 26,5 Millionen Euro in den Neu- und Ausbau von Radwegen an Landesstraßen. Parallel treibt das Land den Ausbau der Elektromobilität und der Ladeinfrastruktur voran. Im Rahmen der Fachveranstaltung „Niedersachsen fährt elektrisch“ diskutieren Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Zukunft klimafreundlicher Mobilität im Land. www.mw.niedersachsen.de Steigende Baugenehmigungen, bessere Konjunkturdaten Wohnungsbau gewinnt an Dynamik Nach mehreren Jahren rückläufiger Bautätigkeit zeigt die Wohnungsbaukonjunktur in Niedersachsen im ersten Halbjahr 2026 deutliche Erholungstendenzen. Sowohl Umsätze, Arbeitsstunden und Auftragseingänge als auch die Zahl der Baugenehmigungen entwickelten sich positiv und lagen über dem Vorjahresniveau. Besonders der Geschosswohnungsbau erweist sich dabei als wichtiger Wachstumstreiber und könnte wieder Werte erreichen, die zuletzt im Boomjahr 2021 verzeichnet wurden. Auch im Eigenheimbereich zeichnet sich nach der Schwächephase der vergangenen Jahre eine Belebung ab. Im bundesweiten Vergleich entwickelt sich Niedersachsen dynamischer als der Durchschnitt und profitiert von einer kräftigen Zunahme der Genehmigungen. Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass sich der Aufwärtstrend im weiteren Jahresverlauf fortsetzen könnte. www.nbank.de Gavin Ennulat folgte am 1. August 2026 als Geschäftsführer auf Tibor Herczeg. Baumaßnahmen an bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden; Wohnungen in Drei- und Mehrfamilienhäusern; Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern Viele Pedelec-Fahrende nutzen ihr Rad regelmäßig für Wege, die sie sonst mit dem Auto zurückgelegt hätten. Bild: KI-generiert mit ChatGPT Foto: privat 8 Kurz notiert
Wohnraum vermieten mit Förderung und Sicherheit Wer eine Wohnung vermietet, möchte vor allem eines: ein verlässliches Mietverhältnis und möglichst wenig finanzielle Risiken. Genau hier setzt das Förderangebot der Region Hannover an. Gesucht werden Vermieter*innen, die Wohnraum für Menschen zur Verfügung stellen, die es auf dem angespannten Wohnungsmarkt besonders schwer haben. Die Region unterstützt diese Vermietungen mit einem attraktiven Förderpaket. Dazu gehören finanzielle Zuschüsse ebenso wie Absicherungen bei notwendigen Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Vermieter*innen erhalten außerdem mit der Koordinierungsstelle Wohnraumversorgung eine feste Ansprechpartnerin, die sie rund um die Förderung berät. „Wer Wohnraum zur Verfügung stellt, soll dabei nicht allein das Risiko tragen. Deshalb unterstützen wir private Vermieter*innen mit zusätzlichen finanziellen Leistungen, Absicherungen und einer festen Ansprechperson. Davon profitieren beide Seiten: Vermieter*innen gewinnen Sicherheit, und Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt kaum eine Chance haben, bekommen die Aussicht auf ein eigenes Zuhause.“ Anne Spiegel, Dezernentin für Soziales,Teilhabe,Familie und Jugend der Region Hannover Sozialen Wohnraum schaffen im Wohnungsbestand Koordinierungsstelle Wohnraumversorgung wohnraumfoerderung@region-hannover.de Tel. 0511 616-28801 www.hannover.de/wohnraumfoerderung Bei Vermietung von Wohnraum an Haushalte mit besonderen Zugangsschwierigkeiten wie wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen: zusätzlich bis zu 2,50 Euro/m² Wohnfläche und Monat Zuschuss für Sanierungsmaßnahmen vor der ersten Vermietung: m² Wohnfläche × Laufzeit in Jahren × 7,50 Euro bis zu 10.000 Euro Instandsetzungskosten bei Mieterwechsel Förderpaket mit finanzieller Absicherung für Vermietende Foto: AdobeStock/Patrick Daxenbichler Der Bauherrenschutzbund warnt: Baunebenkosten nicht unterschätzen! Viele Baufamilien unterschätzen die sogenannten Baunebenkosten und riskieren dadurch Finanzierungslücken. Denn neben Grunderwerbsteuer, Notar- und Vermessungskosten können auch Ausgaben für Baustrom, Bauwasser, Hausanschlüsse oder notwendige Abbruch- und Rodungsarbeiten anfallen. Da die Kosten stark von Grundstück, Standort und den örtlichen Vorgaben abhängen, empfiehlt sich eine sorgfältige Kalkulation noch vor dem Grundstückskauf. Wichtig ist zudem ein Baugrundgutachten, das Planungs- und Kostensicherheit über die Bodenverhältnisse schafft. Weitere Nebenkosten entstehen durch Vermessungsleistungen sowie Gebühren für Baugenehmigung und mögliche behördliche Abnahmen. Profis raten daher, ausreichend finanzielle Reserven einzuplanen und möglichen Kosten frühzeitig zu ermitteln. www.bsb-ev.de Neuer Ratgeber unterstützt beim Kauf von Bestandsimmobilien Tipps vom Bauexperten Tobias Beuler Der Kauf einer Bestandsimmobilie wird für viele Menschen angesichts hoher Baukosten und anspruchsvoller Neubauvorgaben zunehmend attraktiver. Gleichzeitig birgt dieser Erwerb Risiken, wenn Mängel oder Sanierungskosten zu spät erkannt werden. In seinem neuen Buch „Kauf keinen Scheiß“ erläutert der Bausachverständige Tobias Beuler, wie Kaufinteressierte Immobilien systematisch bewerten und typische Fallstricke vermeiden können. Der Ratgeber begleitet von der Objektsuche über die Besichtigung bis hin zu Finanzierung, Preisverhandlung und Kaufvertrag. Ein Schwerpunkt liegt auf der realistischen Einschätzung von Modernisierungs- und Sanierungskosten, die bei Bestandsimmobilien oft entscheidend sind. Beuler stützt seine Empfehlungen auf die Erfahrungen aus mehr als 10.000 begleiteten Bau- und Immobilienprojekten. Das Buch kostet 20 Euro. www.tobiasbeuler.com
»Die Vielfalt macht den Reiz aus« BWI im Gespräch mit Thomas Edathy THOMAS EDATHY ist Geschäftsführer der Stadtwerke Celle. BWI sprach mit ihm über die gelungene Rekommunalisierung der Energiesparten, neue Geschäftsfelder und warum auch ein Wohnmobilstellplatz zum Angebot des Unternehmens gehört. Herr Edathy, seit 2013 sind Sie Geschäftsführer der Stadtwerke Celle. Mit welcher Vision sind Sie damals nach Celle gekommen? Meine Aufgabe im Bewerbungsverfahren bestand darin darzustellen, wie ich die Stadtwerke entwickeln würde. Das Ziel war klar: Die Rekommunalisierung der Energiewirtschaft voranzutreiben, den steuerlichen Querverbund mit dem Celler Badeland wiederherzustellen und die Stadtwerke Celle weiter zu stärken, um damit die Gewinnabführung an die Stadt langfristig zu sichern. Damals hatten die Stadtwerke im Kernbereich gerade einmal vier Mitarbeitende, ich war der fünfte, und viele haben gesagt, dass das nicht funktionieren würde. Aber wir haben es bereits nach knapp einem Jahr geschafft, wieder den Strom- und Gasvertrieb aufzunehmen, den steuerlichen Querverbund mit der Bädersparte genehmigt zu bekommen und anschließend weitere Geschäftsfelder aufzubauen. Welche neuen Geschäftsfelder sind das konkret? Neben den „alten“ Geschäftsfeldern Bäder und Parkhäuser sind in den Jahren meiner Amtszeit die Geschäftsfelder Strom-, Gas- und Wärmeversorgung, Elektromobilität, Immobilien, Straßenbeleuchtung, Photovoltaik sowie anderes mehr neu entstanden. Zudem haben wir das Geschäftsfeld Wasserversorgung und Schmutzwassergebührenabrechnung wieder in Eigenregie übernommen. Wir betreiben Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, vermarkten die Lade-App und -Karte „cell-e-mobil“. Nutzer und Nutzerinnen laden ihr Elektrofahrzeug dort an unseren Ladesäulen aktuell zu einem Preis von 0,40 Euro pro Kilowattstunde. Hinzu kommen Beteiligungen und Tochtergesellschaften. Wir haben einfach konsequent die Chancen genutzt, die sich uns boten. Insofern haben wir uns zu einem echten kommunalen Dienstleister entwickelt – wir sind kein anonymer Versorger, sondern Teil der kommunalen Infrastruktur und des öffentlichen Lebens. Wir kennen die Stadt und die Menschen. Wir verstehen uns als Unternehmen für Celle und die Region. Diese lokale Ausrichtung spiegelt sich auch in unserem Beschaffungswesen wider: Bei Ausschreibungen, etwa für Büromöbel oder Dienstleistungen, beziehen wir vor allem regionale Anbieter ein. Wir wollen die Wertschöpfung in der Region halten und lokale Wirtschaftsstrukturen stärken. Sie haben kürzlich auch die Celler Photovoltaik- und Elektrogesellschaft (CPE) gegründet. Ja, zu unserem Verbund gehört jetzt auch die CPE, die aus dem traditionsreichen Celler Unternehmen Stahlhuth hervorgegangen ist und mit mittlerweile über 20 Mitarbeitern die Elektro- und Energietechnikprojekte in der Region realisiert. Zur CPE zählt auch ein neues Lichtstudio. Neben Lichtplanungen können Kundinnen und Kunden dort Leuchten und Beleuchtungssysteme erwerben. Dabei sind sicher nicht alle Bereiche wirtschaftlich profitabel, oder? Wie gehen Sie damit um? So ist es – unsere Schwimmbäder machen beispielsweise jedes Jahr etwa drei Millionen Euro Verlust. Dennoch gibt es den bewussten politischen Wunsch der Daseinsvorsorge und z.B. die Eintrittspreise stabil und moderat zu halten. Damit wird auch sozial Schwächeren der Schwimmbadbesuch ermöglicht; außerdem ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche schwimmen lernen. Dieser öffentlichen Aufgabe stellen wir uns natürlich gerne und schaffen es glücklicherweise, diese erheblichen Verluste durch andere ertragreiche Geschäftsfelder auszugleichen. Kommunale Unternehmen haben eben nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Foto: Redaktion 10 Wohnen
Welche neuen Geschäftsfelder möchten Sie künftig noch dazugewinnen? Unser Ziel ist es aktuell, auch den Netzbetrieb als weiteren Geschäftsbereich zu übernehmen. Deshalb nehmen wir an der gerade laufenden Ausschreibung der Konzessionen Stromnetz und Gasnetz im Stadtgebiet Celle teil. Diese Konzessionen werden normalerweise für 20 Jahre vergeben. Wenn eine Konzession neu ausgeschrieben wird so wie derzeit in Celle, dann muss die Stadt dies europaweit tun. Weil wir für die Bewerbung Kompetenz und Erfahrung nachweisen müssen, haben wir vor einiger Zeit die Stadtwerke Celle Netz GmbH gegründet, an der enercity mit 25,1 Prozent beteiligt ist. So kombinieren wir unser lokales Engagement mit dem technischen Know-how von enercity und fühlen uns gut gerüstet. Gibt es ein Projekt, auf das Sie in den letzten Jahren besonders stolz sind? An erster Stelle steht da sicher die gelungene Wiederaufnahme des Energievertriebs, insbesondere die Stromversorgung. Das ist heute eine wichtige wirtschaftliche Säule unseres Unternehmens. Ebenso stolz bin ich darauf, dass wir auch die Wasserversorgung wieder in eigene Regie überführen konnten. Das waren wie gesagt große strategische Ziele. Stolz bin ich auch auf den Wohnmobilstellplatz am Badeland Celle, ein Wunsch des Oberbürgermeisters. Ehrlich gesagt war ich anfangs nicht so begeistert, habe es dann aber natürlich mit vollem Elan umgesetzt: Der Wohnmobilstellplatz am Celler Badeland ist eine Erfolgsstory und hat es unter die Top 10 in Europa geschafft. Und er ergänzt das touristische Angebot der Stadt ganz wunderbar. Ein weiteres und sehr sichtbares Beispiel für eines unserer Erfolgsprojekte ist auch die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Den Bereich Straßenbeleuchtung haben die Stadtwerke 2022 von der Stadt übernommen, dazu vier weitere Mitarbeitende eingestellt und die Umrüstung von 10.000 Leuchten auf LED-Technik mit einem Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro umgesetzt. Wie können Sie solche Projekte mit der vorhandenen Manpower stemmen? Das Projekt wurde ab 2023 innerhalb nur eines Jahres von sechs Mitarbeitern der Stadtwerke ausgeführt – aber nicht allein, sondern gemeinsam mit einem externen Dienstleister. Die Auswirkungen sind erheblich: Der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung ist um rund 75 Prozent gesunken. Zusätzlich konnten wir FörderElektromobilität ist ein weiteres Geschäftsfeld der Stadtwerke. Seit der Rekommunalisierung der Stromsparte bietet das Unternehmen Strom ausschließlich aus Erneuerbaren an. Foto: Redaktion herbst 2026 11
mittel des Bundes nutzen, wodurch die wirtschaftliche Umsetzung erleichtert wurde. Neben der Energieeinsparung und der Einsparung von über 1.200 Tonnen CO2 profitieren die Bürgerinnen und Bürger von einer verbesserten Lichtqualität. Die neuen Leuchten sind präziser ausgerichtet, wodurch weniger Streulicht entsteht und die Ausleuchtung von Straßen und Wegen verbessert wird. Dies trägt zugleich zu mehr Sicherheit im öffentlichen Raum bei. Das Projekt war ein voller Erfolg! Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Unternehmen? Eine sehr große. Von Anfang an haben wir unseren Kundinnen und Kunden ausschließlich Ökostrom angeboten. Wir investieren in Photovoltaikprojekte und setzen ökologische Maßnahmen um, beispielsweise die Wiedervernässung von Mooren in unserem Wasserschutzgebiet im Norden von Celle. Seit 2016 haben wir mit „Fiete dem Moorfrosch“ sogar ein eigenes Maskottchen, das symbolisch für dieses Engagement steht. Aktuell läuft außerdem ein Bürgerbeteiligungsprojekt für Photovoltaik mit einem Volumen von rund zwei Millionen Euro. Damit sind Bürgerinnen und Bürger direkt an der Energiewende beteiligt. Auch beim Sponsoring haben Ihre Stadtwerke neue Wege eingeschlagen. Weil die Zahl der Sponsoringanfragen aus Vereinen und sozialen Einrichtungen kontinuierlich zunahm, haben wir uns für einen neuen Ansatz entschieden: Statt über einzelne Förderanträge zu entscheiden, wurde die Plattform www.celle-crowd.de ins Leben gerufen. Das Prinzip ist einfach: Vereine, Initiativen oder gemeinnützige Einrichtungen aus dem Raum Celle stellen dort ihre Projekte vor und sammeln Unterstützung aus der Bevölkerung. Wir beteiligen uns anschließend, indem wir eingegangene Spenden ab zehn Euro um zehn Euro aufstocken. Auf diese Weise wurden bereits zahlreiche Vorhaben realisiert, darunter eine Ballwand für einen Celler Tennisverein, Sonnenschirme fürs Hospiz Celle, Hundeliegen für das Tierheim Celle, Tauchroboter für die DLRG Celle oder die Anschaffung einer Spiegelwand für die Kids der rhythmischen Sportgymnastik des MTV-Eintracht Celle. Das Modell kommt sehr gut an. Gleichzeitig sorgt es für Transparenz bei der Mittelvergabe und ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern, selbst mitzuentscheiden, welche Projekte in ihrer Stadt Unterstützung erhalten. Wie hat Ihre berufliche Laufbahn begonnen? Ich bin Diplom-Geologe und DiplomBetriebswirt. Nach dem Studium habe ich in einem Umwelt- und Ingenieurbüro gearbeitet. Dort habe ich mich mit Altlasten, Umweltfragen, Grundwasserthemen und der Entwicklung ehemaliger Industrie- und Brachflächen beschäftigt. Später war ich Umweltschutzkoordinator und Vorstandsassistent bei enercity und dann Bereichsleiter bei der EVI Energieversorgung Hildesheim, bevor ich nach Celle gewechselt bin. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Der beginnt ganz unspektakulär mit Kaffee und dem Lesen von E-Mails. Danach folgen Termine, Gespräche mit Bereichs- und Abteilungsleitern oder Jour-fixe-Runden. Heute stand zum Beispiel ein Marketing-Jour-fixe an. Daneben stehen operative Entscheidungen ebenso auf der Agenda wie strategische Fragestellungen. Viele Termine finden aber auch außerhalb des Büros statt. Ich halte Vorträge, repräsentiere die Stadtwerke bei Veranstaltungen oder nehme an politischen Sitzungen teil, etwa im Umweltausschuss. Auch Abendtermine, zum Beispiel zum Netzwerken, gehören ganz selbstverständlich dazu. Wie viele Stunden arbeiten Sie pro Woche? Das sind meist zwischen 50 und 60 Stunden. Das gehört zu dieser Position einfach dazu. Was reizt Sie an Ihrem Beruf? Ganz klar die Vielfalt. An einem Tag geht es um ein Wasserwerk, am nächsten um den Wohnmobilstellplatz, anschließend Alle Fotos: Redaktion Thomas Edathy im Gespräch mit BWI-Chefredakteurin Regine Krüger über das weiter stark wachsende Portfolio der Celler Stadtwerke. 12 Wohnen
um Straßenbeleuchtung, Photovoltaikanlagen oder die Badeordnung im Celler Badeland. Die Themen sind unglaublich abwechslungsreich. Langweilig wird es definitiv nicht! Besonders reizvoll ist für mich die Möglichkeit, strategisch zu arbeiten und die Entwicklung eines kommunalen Unternehmens aktiv zu gestalten. Ständig entstehen neue Herausforderungen und Projekte. Genau diese Abwechslung ist es, die die Tätigkeit bei den Stadtwerken Celle so spannend macht. Keine Woche gleicht der anderen! Wenn Sie im Lotto gewinnen würden, würden Sie dann sofort aufhören? Natürlich. (lacht) Bei einem größeren Lottogewinn wäre ich sofort weg. Aber da die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, arbeite ich weiter. Und wenn man arbeitet, sollte man es auch richtig machen. Außerdem macht mir vieles nach wie vor großen Spaß. Sie leben in Langenhagen. Was verbindet Sie mit Celle? Sehr viel. Meine Frau und ich fahren regelmäßig nach Celle. Ich mag die Altstadt, das Schloss, das Theater und die vielen inhabergeführten Geschäfte. Die Stadt hat eine besondere Atmosphäre. Vielleicht hängt das tatsächlich auch ein wenig mit dem Alter zusammen, dass man solche Qualitäten stärker wahrnimmt. Aber Celle ist einfach eine sehr lebenswerte Stadt. Zum Abschluss noch eine Frage: Wie würden Ihre Mitarbeitenden Sie beschreiben? Meine langjährige Kollegin Birgit Balnuweit hat einmal gesagt: „Alle haben gesagt, es geht nicht, bis dann einer kam, der es einfach gemacht hat.“ Das ist natürlich ein schönes Kompliment. Aber letztlich waren alle Erfolge Teamleistungen. Die Stadtwerke haben heute rund 120 Kolleginnen und Kollegen. Ohne deren Engagement wäre keine der Entwicklungen der vergangenen Jahre möglich gewesen. rk INFORMATION www.stadtwerke-celle.de herbst 2026 13
Infrastruktur aus einer Hand Die Stadtwerke Celle im Überblick Die Stadtwerke befinden sich vollständig im Eigentum der Stadt Celle mit ihren rund 70.000 Einwohnern. Als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Celle übernehmen sie zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge und versorgen die Bevölkerung mit Trinkwasser, Strom und Erdgas. Darüber hinaus gehören auch Angebote in den Bereichen Photovoltaik, Wärmepumpen und E-Mobilität zum Leistungsspektrum. Mit dem Tochterunternehmen der im Beitrag genannten CPE betreiben die Stadtwerke zudem eine Elektrofirma und ein Lichtstudio, Fachgeschäft und Planungsbüro für Lichtdesign ist und maßgeschneiderte Beleuchtungskonzepte und Designerleuchten bietet. Neben der Energie- und Wasserversorgung engagieren sich die Stadtwerke Celle auch in weiteren kommunalen Aufgabenfeldern. Dazu zählen unter anderem der Betrieb von Bädern und der Straßenbeleuchtung sowie verschiedene Serviceangebote für Bürger und Bürgerinnen – die Stadtwerke unterhalten zwei Kundencenter. Mit ihrem Fokus auf Nachhaltigkeit, regionale Verantwortung und zukunftsorientierte Energielösungen leisten die Stadtwerke einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Stadt Celle und ihres Umlands. Auch im Parkraummanagement sind die Stadtwerke aktiv. Neben der eigenen Parkhausgesellschaft Celler Parkbetriebe GmbH betreiben sie vier Parkhäuser und zwei sogenannte Parkpaletten, eingeschossige Parkanlagen an verschiedenen Standorten. Darüber hinaus verwaltet das Unternehmen mehrere Immobilien. Zu den Mietern gehört unter anderem das Justizprüfungsamt. Das neue Verwaltungsgebäude in der Allerstraße im Stadtteil Heese wurde 2021 bezogen. Das Spektrum der Stadtwerke umfasst sowohl den Bäderbetrieb und den benachbarten Wohnmobilstellplatz als auch Kundencenter, Parkgaragen und vieles mehr. Alle Fotos: Stadtwerke Celle 14 Wohnen
Neues Konzept für individuelle Lichtgestaltung Die Celler Photovoltaik und Elektro GmbH hat 2023 ihr Lichtstudio in der Riemannstraße 17 umfassend neu ausgerichtet. Das modernisierte Konzept verbindet langjährige Erfahrung mit einer zeitgemäßen Herangehensweise an Lichtplanung und Raumgestaltung. Neben einem neuen Erscheinungsbild wurde auch die Ausstellung grundlegend überarbeitet und um zahlreiche aktuelle Leuchtenkonzepte erweitert. Im Mittelpunkt steht die individuelle Beratung von Privat- und Geschäftskunden. Unter der Leitung von Katja Kämpfer-Brinkmann entwickelt das Team maßgeschneiderte Lichtlösungen für Wohnräume, Büros, Arztpraxen und gewerbliche Objekte. Die Angebote reichen von der ersten Planung bis zur Umsetzung und können sowohl vor Ort als auch in den Ausstellungsräumen begleitet werden. Individuelle Lichtkonzepte Unterstützt wird die Lichtplanung durch den Innenarchitekten Oliver Alfers, der seine langjährige Erfahrung in die Projekte einbringt. Gemeinsam legt das Team besonderen Wert darauf, Lichtkonzepte an die jeweiligen räumlichen Anforderungen und persönlichen Wünsche der Kunden anzupassen. Dabei stehen Aspekte wie Atmosphäre, Funktionalität und Wohnqualität im Fokus. Die neugestaltete Ausstellung präsentiert Leuchten namhafter Hersteller und bietet einen Überblick über aktuelle Designtrends ebenso wie über zeitlose Klassiker. Ergänzt wird das Sortiment durch funktionale Lichtlösungen für Innen- und Außenbereiche. Damit hat die Celler Photovoltaik und Elektro GmbH einen Ort geschaffen, an dem Lichtplanung, Interior Design und persönliche Beratung miteinander verbunden werden. CPE-Lichtstudio Öffnungszeiten: Di bis Fr 10:00-18:00 Uhr Riemannstraße 17 29225 Celle TEL: 05141 48002 MAIL: lichtstudio@die-cpe.de WIR BELEUCHTEN IHR ZUHAUSE. Lichtplanung und Montage für Gewerbe und Privat Ein Unternehmen der Lichtstudio der CPE herbst 2026 15
Wohnen und Immobilien neu denken Wenn sich das Leben verändert Passt meine heutige Wohnsituation noch zu meinem Leben und wird sie auch künftig meinen Bedürfnissen gerecht? Ein Haus, das über viele Jahre zum Lebensalltag passte, kann nach dem Auszug der Kinder, im Alter, nach einer Erkrankung oder dem Verlust des Partners neue Herausforderungen mit sich bringen. Hinzu kommen Modernisierungen, gesundheitliche Einschränkungen oder finanzielle Belastungen. Gleichzeitig ist die eigene Immobilie oft weit mehr als ein Gebäude: Sie steht für Sicherheit, Erinnerungen, Vertrautheit und Unabhängigkeit. Entsprechend spielen auch emotionale Faktoren eine wichtige Rolle. „Umso sinnvoller ist es, Veränderungen nicht vorschnell mit einem Umzug oder Verkauf gleichzusetzen. Zunächst sollte vielmehr die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Wohnsituation langfristig Lebensqualität, soziale Teilhabe und Sicherheit am besten ermöglicht.“ Was brauche ich für ein zufriedenes Leben? Dabei geht es um weit mehr als Wohnfläche oder Barrierefreiheit. Ebenso wichtig sind soziale Kontakte, die Nähe zu Familie und Freunden, eine gute Infrastruktur sowie die eigenen finanziellen Möglichkeiten. Zudem stellt sich die Frage, ob die aktuelle Wohnsituation auch dann noch den Bedürfnissen entspricht, wenn Mobilität oder Unterstützungsbedarf sich verändern. „Die Klärung dieser Aspekte ist innerhalb der Familie oft nicht einfach, denn Eltern und erwachsene Kinder bewerten die Situation häufig unterschiedlich. Während die einen ihre Selbstständigkeit bewahren möchten, sorgen sich die anderen um die Zukunft“, so Monika Pape. In solchen Fällen kann eine neutrale, externe Beratung helfen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Handlungsoptionen ergebnisoffen zu betrachten. Welche Möglichkeiten gibt es? Die bestehende Immobilie muss nicht zwangsläufig aufgegeben werden, meint die Fachfrau. Oft lassen sich durch Umbauten, eine neue Raumaufteilung oder die Vermietung einzelner Bereiche passende Lösungen finden. Gleichzeitig kann auch ein Wohnungswechsel Vorteile bieten: Eine kleinere Wohnung bedeutet häufig weniger Aufwand, geringere laufende Kosten und mehr Komfort im Alltag. Darüber hinaus kommen gemeinschaftliche Wohnformen oder Wohnangebote mit Serviceleistungen infrage. In manchen Fällen schafft auch der Verkauf der Immobilie neue finanzielle und persönliche Freiräume für die Gestaltung des nächsten Lebensabschnitts. Klarheit schafft Handlungsspielraum Es geht nicht darum, möglichst früh eine endgültige Entscheidung zu treffen oder den Verkauf der Immobilie als einzige Lösung zu betrachten, sagt Pape: „Zunächst gilt es, die eigenen Bedürfnisse zu klären, die Möglichkeiten der Immobilie realistisch einzuschätzen und mögliche Alternativen zu prüfen.“ Im Mittelpunkt steht daher weniger die Frage „Wo werde ich im Alter wohnen?“, sondern vielmehr „Wie möchte ich leben und welche Wohnsituation unterstützt mich dabei langfristig?“ Ein unabhängiger Blick von außen, wie ihn Monika Pape mit ihrem Unternehmen anbietet, kann helfen, persönliche, wohnliche und wirtschaftliche Aspekte zusammenzuführen. So entsteht eine fundierte Grundlage für Entscheidungen, die zur aktuellen Lebenssituation und zu zukünftigen Bedürfnissen passen. KONTAKT ZEIT.HOMES | Dr. Monika Pape Hansinckstr. 16 | 30655 Hannover Tel. 0174 /3270619 monikapape@zeit.homes www.zeit.homes Foto: Pexels/cottonbro 16 Wohnen
Kvik Hannover Mitte Am Klagesmarkt 17 30159 Hannover kvik.de/hannover-mitte Dänisches Design — zu überraschend niedrigen Preisen * Der unverbindliche Verkaufspreis gilt für Schränke, Sockel und Arbeitsplatte. Exkl. Spüle, Armatur, Haushaltsgeräte, Beleuchtung, Styling, Vormontage, Lieferung und Montage. — Jetzt Beratungstermin buchen Bei Kvik gibt es langlebige Küchen- und Badmöbel sowie Schranklösungen mit kurzen Lieferzeiten. Weitere Infos im Kvik Küchenstudio oder auf www.kvik.de. MANO mocha 12.470 € * Umweltdruckhaus Hannover GmbH | Klusriede 23 | 30851 Langenhagen Tel. 0511 47 57 67-0 | info@umweltdruckhaus.de www.umweltdruckhaus.de Offsetdruck Digitaldruck Textildruck & Stick Fahrzeugbeschriftung Werbetechnik Schilder- & Lichtreklame Werbeartikel Lettershop Mediendesign Fachverlag Großes Design für kleine Küchen Eine kleine Küche braucht keine Kompromisse, sondern gute Ideen. Die dänische Lifestyle-Marke Kvik weiß, worauf es bei der Küchenplanung ankommt. Ob Pantry, Steh- oder Wohnküche: Eine kleine Küche zu planen, bedeutet häufig Kompromisse einzugehen – bei Design und Ästhetik, bei der Funktionalität oder beim Komfort. Das muss nicht sein. Denn mit den cleveren Lösungen von Kvik lässt sich auch auf wenigen Quadratmetern viel Platz schaffen. Und am Ende stimmt nicht nur die Funktionalität, sondern auch das Design. In kleinen Küchen zählt jeder Zentimeter. Schon hier punktet Kvik mit Unterschränken, die standardmäßig und ohne Aufpreis mehr Stauraum als branchenübliche Modelle bieten. Noch mehr Platz schaffen XXL-Schränke: Durch etwas mehr zusätzliche Höhe und Tiefe entsteht ein deutliches Mehr an Raum für Töpfe, Vorräte und Küchenhelfer – alles ordentlich verstaut und schnell zur Hand. Auch die richtige Farbe hilft. Helle Töne können die Küche optisch größer und offener erscheinen lassen. Das muss nicht zwangsläufig „weiß“ bedeuten: So liefert Kvik sein Erfolgsdesign Mano in einem neuen, wohnlichen Crema – ein harmonischer Look in bestem dänischem Design. Als zuverlässiger Partner hilft Kvik bei der Küchenplanung gern weiter: Beratungstermine mit Experten für Küchengestaltung und Küchenplanung lassen sich unkompliziert über die Website buchen. Und wer eine Online-Beratung oder einen Besuch vor Ort bevorzugt, kann auch diesen Weg kostenfrei nutzen. INFORMATION www.kvik.de Wie Kvik bei wenig Platz Küchenträume erfüllt Bordo: die kleine Küche im modernen Farbton arizona beige. Foto: kvik herbst 2026 17
Wer länger jung, fit und gesund bleiben will, setzt heute auf Superfood oder Fitnesstracker. Doch ein entscheidendes Tool für ein gesundes Leben wird oft vernachlässigt: das eigene Bett. Dabei verbringen wir statistisch gesehen im Durchschnitt pro Jahr rund 3.066 Stunden darin, auf zehn Jahre gerechnet sind das über 30.000 Stunden Belastung fürs Material. „Wer hier spart, spart am falschen Ende“, erklärt Schlaf- und Bettexperte Markus Kamps. Kamps weist zudem auf eine aktuelle Studie der Oregon Health & Science University (OHSU) hin: Wer regelmäßig weniger als sieben Stunden pro Nacht schläft, hat statistisch gesehen eine geringere Lebenserwartung als Menschen, die ausreichend schlafen. Der Zusammenhang zwischen Schlaf und längerer Lebenszeit ist demnach sogar größer als der von Ernährung und Bewegung. Ins Bett wird oft wenig investiert „Das Bett ist also unser wichtigster Regenerationsort – und zugleich einer der am meisten unterschätzten“, so Kamps. Während des Schlafs würden enorme mechanische und hygienische Kräfte auf Matratze und Unterfederung wirken: „Materialien altern, verlieren ihre Elastizität und damit ihre Stützkraft. Das passiert schleichend – oft bemerken wir den Verschleiß erst, wenn der Rücken schmerzt oder die Konzentration nachlässt.“ Kamps vergleicht: „Ein hochwertiges E-Bike wird im Schnitt nur wenige hundert Stunden im Jahr genutzt, ein Jahresurlaub dauert zwei bis drei Wochen. Dennoch geben die Menschen in Deutschland für Freizeit, Mobilität oder Technik häufig deutlich mehr aus als fürs Schlafsystem.“ Professioneller Bettencheck Um die eigene Schlafumgebung zu verbessern, ist ein professioneller Bettencheck der erste Schritt. Dabei werden Bettgestell, Unterfederung, Matratze, Kopfkissen und die klimatischen Bedingungen vor Ort unter die Lupe genommen. Passt das System in Sachen Ergonomie noch zu Körperbau und Liegebedürfnis? Sind die Materialien nach langer Nutzung ermüdet? Entspricht das Schlafklima in Sachen Hygiene noch modernen Standards für Atemwege und Haut? Zertifizierte Fachgeschäfte bieten etwa unter www.kompetenz-zentrum-gesunder-schlaf.de bundesweit Unterstützung an, um das individuelle Schlafsystem zu optimieren und teure Fehlkäufe zu vermeiden. Erster Check für zu Hause Ein Selbsttest kann einen Hinweis geben, wie es um die eigene nächtliche Regeneration steht. Unter www.schlafkampagne.de/bettencheck etwa findet man Tipps und Tricks, um Matratze, Lattenrost, Zudecke und Kopfkissen auf den Prüfstand zu stellen. „Der Check ist die ideale Vorbereitung, um festzustellen, ob eine Neuanschaffung Sinn macht oder kleine Justierungen schon Verbesserungen bringen“, rät Markus Kamps. Quelle: djd Foto: djd/fotolia/AdobeStock/Dash Das Bett als wichtiger Faktor für ein gesundes Leben Die unterschätzten 3.000 Stunden 18 Wohnen
Foto: concept Naturhaus BWI sprach mit Geschäftsführer Jan Christoph Tschimpke über die Voraussetzungen für erholsamen Schlaf und die Faktoren, die bei der Auswahl eines Bettes wirklich entscheidend sind. Welches sind häufige Fehler beim Betten- oder Matratzenkauf? Der häufigste Fehler ist, eine Matratze nach kurzem Probeliegen, dem Preis oder pauschalen Härtegradangaben auszuwählen. Entscheidend ist nicht die Matratze allein, sondern das Zusammenspiel von Unterfederung, Matratze und Kissen. Dieses System muss zu Körperform, Gewicht, Schlaflage und Beschwerden passen. Auch das sich später individuell nachjustieren lässt. Ihr wichtigster Tipp für besseren Schlaf. Wer morgens verspannt, mit Schmerzen oder unausgeschlafen aufwacht, sollte das nicht als normal hinnehmen. Guter Schlaf beginnt mit einer Schlafumgebung, die zum Menschen passt, nicht umgekehrt. Eine gute Schlafberatung ist dabei die beste Lösung: Lassen Sie Ihre Schlafsituation fachkundig analysieren und finden Sie ein Schlafsystem, das optimal zu Ihren Bedürfnissen passt! INFORMATION www.concept-naturhaus.de ein vermeintlich „hartes“ Bett ist nicht automatisch gesund: Mit der richtigen Unterfederung kann eine weichere Matratze Druckschmerzen lindern und für ein angenehmes Kuschelgefühl sorgen. Worauf sollte man besonders achten? Ein gutes Bett sollte den Körper stützen, ohne ihn starr zu lagern. In Seitenlage müssen Schulter und Becken einsinken können, während Taille und Lendenbereich Halt benötigen. Deshalb empfehle ich eine fachkundige Beratung und möglichst eine objektive Kontrolle der Liegeposition. Wichtig sind außerdem ein angenehmes Schlafklima, atmungsaktive Materialien und ein Schlafsystem, Gut gebettet schläft man besser concept NATURHAUS: Irrtümer beim Bettenkauf Das Team des Bemeroder Fachgeschäfts um Jan Christoph Tschimpke.
Guter Schlaf ist planbar! Wie Architektur und Interior Design unsere Regeneration beeinflussen können Es gibt Schlafzimmer, die uns schon beim Betreten ruhiger werden lassen. Andere begleiten uns trotz vieler Stunden Schlaf nicht in die Erholung. Architektur, Materialien, Licht und Atmosphäre können unsere Regeneration stärker beeinflussen, als wir vermuten. Gute Hotels machen uns das vor. Der Unterschied ist häufig nicht im Bett begründet, sondern liegt im Raum selbst. Gute Gestaltung reduziert Reize, schafft Orientierung und fördert die Regeneration. Gerade weil sich Alltag und (Raum-)Klima verändern, lohnt sich ein neuer Blick auf das Schlafzimmer – nicht als Funktionsraum, sondern als gut geplanter Ort der Erholung. Ein gutes Schlafzimmer beginnt mit einer gut durchdachten Architektur: Ausrichtung, Fenstergröße, Querlüftung, Grundriss und Verschattung bestimmen, wie sich ein Raum anfühlt. Sie beeinflussen Temperatur, Licht und Luftbewegung – Faktoren, die bereits in der Planung berücksichtigt werden sollten. Das Schlafzimmer muss nicht perfekt temperiert sein. Ein angenehmes Raumklima entsteht im Zusammenspiel von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung – hier gelten 16 bis 19 Grad als Orientierung. Entscheidend bleibt immer das persönliche Wohlbefinden. Ventilatoren erzeugen energieeffizient Luftbewegung und unterstützen so die Wärmeabgabe über die Haut. Klimageräte sollten erst in Erwägung gezogen werden, wenn bauliche Lösungen nicht ausreichen. Vielleicht schlafen wir im BoutiqueHotel gar nicht wegen der Matratze besser. Manchmal genügt es, die Tür eines guten Hotelzimmers zu öffnen. Noch bevor der Koffer abgestellt ist, atmen wir tiefer. Nicht weil der Raum luxuriös ist, sondern weil er nichts von uns verlangt. Gute Hotels komponieren Ruhe. Der Blick trifft auf wenige, sorgfältig gesetzte Dinge. Kabel verschwinden, Stauraum schließt bündig, das Bett besitzt eine klare Rückseite. Licht kommt nicht aus einer grellen Mitte, sondern aus mehreren Ebenen. Farben, Materialien und Oberflächen schaffen durch Wiederholung Ruhe und Zusammenhalt. Bewegungsflächen bleiben großzügig. Nichts bittet um Aufmerksamkeit. Im privaten Schlafzimmer sieht es häufig anders aus. Dort landen Wäsche, Laptop, Bügelbrett, Sporttasche und Ladekabel. Unser Gehirn räumt solche Bilder nicht einfach aus. Es nimmt sie wahr, bewertet und verknüpft sie weiter mit Aktivität. Gestalterisch ist der Effekt nachvollziehbar: Ein ruhiger Raum verlangt weniger Aufmerksamkeit. Hotelatmosphäre bedeutet nicht, das Zuhause zu anonymisieren. Im Gegenteil: Ein vertrautes Buch, ein persönliches Bild oder eine besondere Leuchte schaffen Geborgenheit. Entscheidend dabei ist die Auswahl: Nicht jedes schöne Objekt muss im Schlafzimmer wohnen. Luxus entsteht hier nicht durch mehr, sondern durch das Weglassen dessen, was den Blick festhält. Vielleicht ist genau das die wichtigste Lektion der Hotellerie: Ein Raum muss uns nicht erzählen, wie wertvoll seine Einrichtung ist. Er muss uns spüren lassen, dass wir nichts mehr leisten müssen. Dieses Gefühl lässt sich planen – mit Proportion, Material, Licht, Akustik und einer konsequenten Entscheidung für visuelle Ruhe. Warum gute Hotels auf natürliche Materialien setzen Leinen nimmt Feuchtigkeit auf, fühlt sich trocken an und leitet Wärme gut weiter. Auch leichte Baumwolle ist in warmen Nächten eine bewährte Wahl. Filz und Wolle kommen vor allem als Vorhang, Teppich oder Kopfteil zum Einsatz. Sie dämpfen Schall, regulieren Feuchtigkeit und schaffen eine ruhige Atmosphäre. Massivholz bringt Wärme und Natürlichkeit in den Raum. Ergänzt durch emissionsarme Farben und Oberflächen entsteht ein gesundes Umfeld für erholsamen Schlaf. Farben beeinflussen unser Raumempfinden: Warme Töne wie Terrakotta wirken behaglich, Blau- und Grüntöne eher kühl. Hotels setzen hier häufig auf gedeckte Naturtöne und vermeiden große Kontraste. Licht verändert einen Raum sofort. Warmes, gedimmtes Licht unterstützt die Abendruhe, während mehrere „Ein gutes Schlafzimmer beruhigt uns, bevor wir die Augen schließen.“ Foto: privat 20 Wohnen
Lichtquellen statt einer zentralen Deckenleuchte für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Eine gute Verdunklung gehört ebenfalls dazu. Manche Räume wirken laut Ruhe ist auch eine Frage der Materialien. Harte Oberflächen reflektieren Schall. Vorhänge, Teppiche und textile Elemente reduzieren den Nachhall und schaffen so Geborgenheit. Auch Technik spielt eine Rolle: Entscheidend ist, ob Smartphone, Tablet oder Fernseher vom Bett aus ständig sichtbar und erreichbar sind. Räume sind weit mehr als Kulisse. Architektur, Materialien, Licht, Akustik Schlafzimmer-Check: Wie gut unterstützt der Raum die Regeneration? ☐ Vermittelt der Raum bereits beim Betreten das Gefühl: Hier ist für heute nichts mehr zu erledigen? ☐ Kann das Schlafzimmer nachts wirksam quer- oder stoßgelüftet werden? ☐ Sind Bettwäsche und Schlaftextilien leicht, atmungsaktiv und der Jahreszeit angepasst? ☐ Gibt es mehrere dimmbare Lichtquellen statt nur einer hellen Deckenleuchte? ☐ Ist das Zimmer ausreichend verdunkelbar? ☐ Dämpfen Vorhänge, Teppich oder Kopfteil den Nachhall? ☐ Bleiben Hauptblickachsen und Ablagen weitgehend frei? ☐ Sind Smartphone, Fernseher und Ladestationen aus der direkten Ruhezone verbannt oder nachts konsequent deaktiviert? ☐ Wird direkte Sonne möglichst schon außen vor dem Fenster abgefangen, beispielsweise durch Rolllädenboder andere Verschattung (sommerlicher Wärmeschutz) ☐ Sind Hitzeschutzvorhänge oder Rollos im Inneren geschlossen, bevor sich der Raum aufheizt? (sommerlicher Wärmeschutz) und Raumklima beeinflussen, wie gut wir schlafen und regenerieren. Erholsamer Schlaf ist eine wichtige Grundlage für unser Wohlbefinden – Grund genug, dem Schlafzimmer bei Planung und Gestaltung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Qualität eines Schlafzimmers zeigt sich nicht am Abend, sondern daran, wie wir am nächsten Morgen aufwachen. Dipl.-Ing Ilona Socolov Architektur & Interior Design Über die Autorin Dipl.-Ing. Ilona Socolov entwickelt Architektur- und Gestaltungskonzepte für Wohn- und Arbeitswelten, die den Menschen bestmöglich unterstützen. „Jeder Raum hat eine Aufgabe. Gute Gestaltung hilft dem Menschen, diese Aufgabe besser zu erfüllen“. Kontakt: info@ilonasocolov.com Foto: AdobeStock/Hayriye herbst 2026 21
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