te Grundstücke konsequent einsetzen. Darüber hinaus prüfen wir die Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände, wenn diese durch steigende Mieten, mangelnde Instandhaltung und Verdrängung zur Verschärfung der Wohnungsprobleme beitragen. Wie kann der Zugang zu Wohneigentum erleichtert werden? Unter den aktuellen Zins- und Baukostenbedingungen bleibt klassisches Einzeleigentum für einkommensschwache Haushalte kaum realistisch, ohne zusätzliche Verschuldung zu riskieren. Gleichzeitig besteht weiterhin der Wunsch nach Wohneigentum als Form der Altersvorsorge. DIE LINKE setzt daher stärker auf kollektive Eigentumsmodelle, die als stabiler, sozialer und weniger spekulationsanfällig gelten, zugleich aber auch individuelle Zugänge ermöglichen sollen. Ein zentraler Ansatz ist die gezielte Förderung von Wohnungsbaugenossenschaften durch Startkapital, zinslose Darlehen und Beratung sowie der Ausbau gemeinschaftlicher Modelle wie dem Mietshäuser-Syndikat. Ergänzend soll das Erbbaurecht ausgebaut werden, indem öffentliche Flächen nicht verkauft, sondern in Erbpacht vergeben werden, um Einstiegskosten zu senken und Eigentum breiter zugänglich zu machen. Welche Förderprogramme wollen Sie ausbauen oder neu auflegen? Wir wollen wie gesagt ein NBank-Sonderprogramm „Wohnen“ mit einem Volumen von mindestens 500 Millionen Euro jährlich auflegen, das aus Landes- und Bundesmitteln finanziert wird. Damit stärken wir gezielt gemeinnützige Träger, Genossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen. Zudem setzen wir uns für die Wiedereinführung der Wohnungsgemeinnützigkeit ein, um dauerhaft niedrige Mieten und die Reinvestition von Gewinnen zu sichern. Dazu wollen wir auf Bundesebene eine entsprechende Initiative über den Bundesrat anstoßen. Darüber hinaus planen wir einen Sanierungsfonds für Bestandsgebäude. Hierbei stellen wir sicher, dass Förderungen an Mietpreisbindungen geknüpft werden und Sanierungen nicht zur Verdrängung von Mieter:innen führen. Wie lassen sich Klimaschutzanforderungen mit bezahlbarem Bauen vereinbaren? Das muss zusammen gedacht werden, auch wenn energetische Anforderungen die Baukosten zunächst erhöhen können. Deshalb setzen wir auf eine soziale Abfederung und wollen verhindern, dass energetische Sanierungen zu steigenden Mieten und Verdrängung führen. Wir fordern, die Modernisierungsumlage zu senken und zu begrenzen, damit Mieter:innen von geringeren Energiekosten profitieren. Gleichzeitig wollen wir serielles Bauen und Sanieren fördern, um Kosten zu senken und hohe Energiestandards effizient umzusetzen. Zudem stärken wir die kommunale Wärmeplanung und setzen auf erneuerbare Fernwärme in öffentlicher oder genossenschaftlicher Hand. Schließlich wollen wir Nachverdichtung und Umnutzung im Bestand vorantreiben, dabei aber den Schutz der Mieterschaft verbindlich sichern. FDP Dr. Cord Burchard Welche konkreten Maßnahmen schlägt Ihre Partei vor, um den Wohnungsbau zu beschleunigen? Wir wollen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich vereinfachen und beschleunigen. Dazu gehören die konsequente Digitalisierung von Bauanträgen, verbindliche Bearbeitungsfristen für Behörden sowie der Abbau überflüssiger Bauvorschriften. Zudem setzen wir uns für eine schnellere Ausweisung von Bauland und die stärkere Nutzung von Nachverdichtungs- und Aufstockungspotenzialen ein. Welche Unterstützung planen Sie für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen? Der wirksamste Schutz vor steigenden Wohnkosten ist ein größeres Wohnungsangebot. Ergänzend wollen wir zielgerichtete Hilfen für Haushalte mit geringem Einkommen stärken und dafür sorgen, dass vorhandene Förderinstrumente unbürokratisch zugänglich sind. Unser Fokus liegt auf mehr Wohnraum statt zusätzlicher Regulierung. Wie kann der Zugang zu Wohneigentum erleichtert werden? Wohneigentum ist ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge. Wir wollen den Erwerb von Eigentum insbesondere für Familien erleichtern, indem wir die Kaufnebenkosten senken, Eigenkapitalbildung fördern und bürokratische Hürden abbauen. Zudem setzen wir uns für attraktive Rahmenbedingungen für den Neubau von Eigenheimen und Eigentumswohnungen ein. Welche Förderprogramme wollen Sie ausbauen oder neu auflegen? Förderprogramme sollten sich auf diejenigen konzentrieren, die Unterstützung tatsächlich benötigen. Wir befürworten eine zielgerichtete Förderung von Wohneigentum, energetischer Modernisierung und innovativen Bauweisen. Fördermittel müssen einfacher beantragt werden können und stärker auf Wirkung statt auf bürokratische Vorgaben ausgerichtet sein. Wie lassen sich Klimaschutzanforderungen mit bezahlbarem Bauen vereinbaren? Klimaschutz und bezahlbares Bauen dürfen kein Widerspruch sein. Wir setzen auf Technologieoffenheit statt auf immer neue Detailvorgaben. Entscheidend sind die erreichten Klimaziele, nicht die vorgeschriebenen Wege dorthin. Innovative Baustoffe, serielle Bauweisen und effiziente Energiekonzepte können dazu beitragen, Baukosten zu begrenzen und gleichzeitig den Klimaschutz voranzubringen. 46 Energiesparen
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