BWI Ausgabe 02/2026

nachhaltiger Baustoffe wie Holz und Recyclingmaterialien gestärkt, um ressourcenschonendes und zugleich bezahlbares Bauen zu ermöglichen. GRÜNE Heiko Sachtleben Welche konkreten Maßnahmen schlägt Ihre Partei vor, um den Wohnungsbau zu beschleunigen? Wir müssen unseren bereits eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgen. In dieser Legislatur haben wir die Niedersächsische Bauordnung (NBauO) bereits drei Mal novelliert und wir arbeiten weiter daran, Verfahren zu vereinfachen und damit den Bau zu beschleunigen und günstiger zu gestalten. Überflüssige Anforderungen sollen zurückgeschraubt werden. Folgende Maßnahmen verfolgen wir konkret:  weitere Vereinfachung der Niedersächsischen Bauordnung  die WohnRaum Niedersachsen GmbH weiter finanziell ausbauen und als Partnerin am Wohnungsmarkt etablieren  neue Möglichkeiten schaffen durch das Erproben des Gebäudetyp E  Umnutzung vereinfachen: aus Gewerbeflächen Wohnraum machen Welche Unterstützung planen Sie für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen? Wir haben breit aufgestellte Förderprogramme, um diese Haushalte zu unterstützen. Das Ziel ist es, diese trotz angespannter Haushaltslage weiterhin halten zu können und die Förderkulisse aufrecht zu erhalten. Zusätzlich dazu fördern wir mit der WohnRaum Niedersachsen GmbH den genossenschaftlichen Wohnungsbau. Wie kann der Zugang zu Wohneigentum erleichtert werden? Wohneigentum kann bedeuten, neu zu bauen oder Bestandsgebäude zu übernehmen. Beides braucht große Summen an Geld. Um zumindest den Investitionsbetrag beim Bau möglichst gering halten zu können, arbeiten wir stetig daran, die Bauordnung zu vereinfachen und damit Bauprozesse effizienter und günstiger zu gestalten. Das soll alle entlasten, am meisten natürlich die Bauenden. Zeitgleich können wir von niedrigeren Preisen ausgehen, wenn die Nachfrage sinkt bzw. das Angebot steigt. Gerade in Bezug darauf müssen wir den demografischen Wandel frühzeitig nutzen und älteren Menschen in größeren Wohnungen/Häusern Angebote machen, um den Wohnraum für jüngere Familien zu gewinnen. Dabei sollen beide Seiten profitieren: die älteren Menschen, welche dann eine altersgerechte Wohnung in der passenden Größe und Lage erhalten, sowie die jüngeren, die eine größere Wohnfläche – im besten Fall im Eigentum - erwerben können. Welche Förderprogramme wollen Sie ausbauen oder neu auflegen? Wir wollen die bestehenden Fördermaßnahmen aufrecht erhalten. Gerne würde ich aber ein Förderprogramm zu eben beschriebener Thematik einrichten: Eine Plattform, die junge Menschen, die Wohnraum benötigen, und alte Menschen, die zu großen Wohnraum haben, zusammenbringt und dafür sorgt, dass der bestehende Wohnraum bei uns in Niedersachsen besser und effizienter verteilt wird. Wie lassen sich Klimaschutzanforderungen mit bezahlbarem Bauen vereinbaren? Klimaschutz, gerade im Gebäudesektor, sorgt dafür, weniger Energie zu verbrauchen. Energie, die die Mietenden/ Bewohnenden dann nicht zahlen müssen. Hinzu kommt eigen produzierte Energie durch PV-Anlagen, auch diese sorgen für erhebliche Kostensenkungen. Lediglich beim Bau erhöhen sich die Kosten zunächst, rechnen sich aber nach wenigen Jahren schon gegen. Hinzu kommen die Ersparnisse bei möglichen Klimaschäden. DIE LINKE Ferry Marquardt Welche konkreten Maßnahmen schlägt Ihre Partei vor, um den Wohnungsbau zu beschleunigen? Wir fordern schnellere und digitalisierte Genehmigungsverfahren sowie mehr Personal in Bauämtern, um Bauanträge innerhalb von maximal drei Monaten zu bearbeiten. Anträge sollen automatisch als genehmigt gelten, wenn keine Entscheidung erfolgt. Öffentliche Flächen in Landes- und Kommunalbesitz sollen erfasst und vorrangig im Erbbaurecht vergeben werden, um Spekulationen zu vermeiden. Zudem soll die NBank ein Förderprogramm von mindestens 500 Millionen Euro jährlich für den sozialen Wohnungsbau auflegen. Ziel ist es, kommunale Wohnungsbaugesellschaften zu stärken und den gemeinnützigen Wohnungsbau wiederzubeleben. Gleichzeitig sollen öffentliche Fördermittel an faire Arbeitsbedingungen, Tarifbindung und den Ausschluss von Lohndumping geknüpft werden. Welche Unterstützung planen Sie für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen? Wir wollen Sozialbindungen deutlich verlängern und künftig mindestens 40 Jahre festschreiben, um bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern. Dabei orientieren wir uns an Beispielen wie Wien, wo ein großer Teil der Bevölkerung in geförderten oder kommunalen Wohnungen lebt. Wir setzen uns dafür ein, die Mietpreisbremse wirksamer zu machen, etwa durch stärkere Kontrollen, Bußgelder und eine Ausweitung auf alle angespannten Wohnungsmärkte. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass Mietregulierung durch den Ausbau eines starken gemeinwohlorientierten Wohnungssektors ergänzt wird. Um Spekulationen einzudämmen, wollen wir die Grundsteuer C auf baureife, ungenutzsommer 2026 45

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