BWI Ausgabe 03/2026

mittel des Bundes nutzen, wodurch die wirtschaftliche Umsetzung erleichtert wurde. Neben der Energieeinsparung und der Einsparung von über 1.200 Tonnen CO2 profitieren die Bürgerinnen und Bürger von einer verbesserten Lichtqualität. Die neuen Leuchten sind präziser ausgerichtet, wodurch weniger Streulicht entsteht und die Ausleuchtung von Straßen und Wegen verbessert wird. Dies trägt zugleich zu mehr Sicherheit im öffentlichen Raum bei. Das Projekt war ein voller Erfolg! Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Unternehmen? Eine sehr große. Von Anfang an haben wir unseren Kundinnen und Kunden ausschließlich Ökostrom angeboten. Wir investieren in Photovoltaikprojekte und setzen ökologische Maßnahmen um, beispielsweise die Wiedervernässung von Mooren in unserem Wasserschutzgebiet im Norden von Celle. Seit 2016 haben wir mit „Fiete dem Moorfrosch“ sogar ein eigenes Maskottchen, das symbolisch für dieses Engagement steht. Aktuell läuft außerdem ein Bürgerbeteiligungsprojekt für Photovoltaik mit einem Volumen von rund zwei Millionen Euro. Damit sind Bürgerinnen und Bürger direkt an der Energiewende beteiligt. Auch beim Sponsoring haben Ihre Stadtwerke neue Wege eingeschlagen. Weil die Zahl der Sponsoringanfragen aus Vereinen und sozialen Einrichtungen kontinuierlich zunahm, haben wir uns für einen neuen Ansatz entschieden: Statt über einzelne Förderanträge zu entscheiden, wurde die Plattform www.celle-crowd.de ins Leben gerufen. Das Prinzip ist einfach: Vereine, Initiativen oder gemeinnützige Einrichtungen aus dem Raum Celle stellen dort ihre Projekte vor und sammeln Unterstützung aus der Bevölkerung. Wir beteiligen uns anschließend, indem wir eingegangene Spenden ab zehn Euro um zehn Euro aufstocken. Auf diese Weise wurden bereits zahlreiche Vorhaben realisiert, darunter eine Ballwand für einen Celler Tennisverein, Sonnenschirme fürs Hospiz Celle, Hundeliegen für das Tierheim Celle, Tauchroboter für die DLRG Celle oder die Anschaffung einer Spiegelwand für die Kids der rhythmischen Sportgymnastik des MTV-Eintracht Celle. Das Modell kommt sehr gut an. Gleichzeitig sorgt es für Transparenz bei der Mittelvergabe und ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern, selbst mitzuentscheiden, welche Projekte in ihrer Stadt Unterstützung erhalten. Wie hat Ihre berufliche Laufbahn begonnen? Ich bin Diplom-Geologe und DiplomBetriebswirt. Nach dem Studium habe ich in einem Umwelt- und Ingenieurbüro gearbeitet. Dort habe ich mich mit Altlasten, Umweltfragen, Grundwasserthemen und der Entwicklung ehemaliger Industrie- und Brachflächen beschäftigt. Später war ich Umweltschutzkoordinator und Vorstandsassistent bei enercity und dann Bereichsleiter bei der EVI Energieversorgung Hildesheim, bevor ich nach Celle gewechselt bin. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Der beginnt ganz unspektakulär mit Kaffee und dem Lesen von E-Mails. Danach folgen Termine, Gespräche mit Bereichs- und Abteilungsleitern oder Jour-fixe-Runden. Heute stand zum Beispiel ein Marketing-Jour-fixe an. Daneben stehen operative Entscheidungen ebenso auf der Agenda wie strategische Fragestellungen. Viele Termine finden aber auch außerhalb des Büros statt. Ich halte Vorträge, repräsentiere die Stadtwerke bei Veranstaltungen oder nehme an politischen Sitzungen teil, etwa im Umweltausschuss. Auch Abendtermine, zum Beispiel zum Netzwerken, gehören ganz selbstverständlich dazu. Wie viele Stunden arbeiten Sie pro Woche? Das sind meist zwischen 50 und 60 Stunden. Das gehört zu dieser Position einfach dazu. Was reizt Sie an Ihrem Beruf? Ganz klar die Vielfalt. An einem Tag geht es um ein Wasserwerk, am nächsten um den Wohnmobilstellplatz, anschließend Alle Fotos: Redaktion Thomas Edathy im Gespräch mit BWI-Chefredakteurin Regine Krüger über das weiter stark wachsende Portfolio der Celler Stadtwerke. 12 Wohnen

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