Wie gelingt es euch, die Menschen in Sachen Klimaschutz mitzunehmen? Wir setzen stark auf Präsenz und persönliche Ansprache. Ob auf Messen, Gewerbeschauen oder dem Weihnachtsmarkt – wir sind immer vor Ort, oft gemeinsam mit Energieberater:innen. Bei manchen regionalen Veranstaltungen wie der Messe „Heizen mit Holz“ in Leese sind wir sogar Mitveranstalter. Diese direkte Ansprechbarkeit zeigt Wirkung: Viele Bürgerinnen und Bürger kommen spontan in unsere Geschäftsstelle, um sich beraten zu lassen. Wichtig ist jedoch: Wir vergeben keine Fördermittel, sondern beraten, informieren und lotsen durch die Möglichkeiten. Welche Rolle spielt Aufklärung in eurer Arbeit? Eine sehr große. Wir erleben immer wieder, dass es viele Missverständnisse und Mythen rund um Energie und Klimaschutz gibt. Diese versuchen wir gezielt auszuräumen – in Beratungen, Vorträgen, über Pressearbeit und unsere Social-Media-Kanäle. Ein großes Thema ist derzeit die energetische Sanierung. Was habt ihr hier im Angebot? Der Sanierungsstau im Gebäudebestand ist erheblich – sowohl bei privaten Häusern als auch bei Unternehmen und Kommunen. Deshalb setzen wir auf Formate wie die Kampagne „Energie(k) reise Mitte Niedersachsen“. Dabei geht es darum, über Themen wie Heizungstausch oder Photovoltaik vor Ort in den Kommunen zu informieren und konkrete Wege aufzuzeigen. Begleitet werden diese Aktivitäten von Workshops, Exkursionen und Bildungsangeboten. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Kommune und Politik? Im Landkreis Nienburg/Weser genießen wir eine parteiübergreifende Unterstützung. Diese breite Akzeptanz erklärt sich nicht zuletzt mit den Strukturen des ländlichen Raums, in dem Zusammenarbeit und pragmatische Lösungen eine zentrale Rolle spielen. Projekte funktionieren hier oft über persönliche Kontakte und Vertrauen. Der Landkreis mit seinen rund 130.000 Einwohnerinnen und Einwohnern lebt von Kooperation, sodass wir hier eine echte „Geben-und-Nehmen“-Kultur haben. Ein zentraler Baustein unserer Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit regionalen Playern. Wir verstehen uns selbst als Netzwerkende, die unterschiedliche Interessen zusammenführen und daraus konkrete Maßnahmen ableiten. Auch in die kommunale Wärmeplanung sind wir eingebunden. Ihr engagiert euch auch stark in der Bildungsarbeit. Warum ist das so wichtig? Im Bereich der Umweltbildung reicht unser Spektrum von Projekten wie den „Energiedetektiven“ bis zur Initiative „Mission 3R“, die gemeinsam mit der Abfallwirtschaft umgesetzt wird oder dem Mehrwegprojekt mit der Figur des Eichhörnchens „Flipsi“, das insbesondere Kinder anspricht. Das machen wir, weil die Gesellschaft gerade junge Menschen braucht. Klimaschutz wird nur funktionieren, wenn ausreichend Fachkräfte in diesem Bereich arbeiten. Wir möchten zeigen, dass es spannende Berufsperspektiven gibt – von neuen Studiengängen über Praktika bis hin zum Freiwilligen Ökologischen Jahr. „Grüne Berufe“ sind zukunftssicher und sehr vielfältig. Dabei beschränkt sich Klimaschutz längst nicht mehr auf klassische Umweltberufe: Auch angrenzende Professionen – etwa im Steuer- oder Beratungsbereich – spezialisieren sich zunehmend auf klimarelevante Themen. Wie vernetzt sind ihr über die Region hinaus? Sehr stark. Die Klimaschutzagenturen in Niedersachsen arbeiten eng zusammen und tauschen sich regelmäßig aus. Übergeordnet liefert die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) uns viele Impulse und Inhalte, die wir vor Ort weitertragen und an die regionalen Gegebenheiten anpassen. Unser gemeinsames Ziel ist klar: Klimaschutz flächendeckend voranzubringen. Foto: Redaktion 14 Wohnen
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