BWI Ausgabe 02/2026

zeit noch eine starke industrielle Basis mit Unternehmen wie Vaillant, Viessmann oder Buderus. Gerade deshalb stellt sich die Frage, ob politische Rahmenbedingungen den Ausbau zukunftsfähiger Technologien beschleunigen oder bremsen sollten. Befürworter:innen des Gesetzes argumentieren, dass Technologieoffenheit den Bürger:innen mehr Wahlfreiheit bietet. Kritiker:innen entgegnen, dass echte Technologieoffenheit nur dann funktioniert, wenn die Rahmenbedingungen die tatsächlichen Kosten und Verfügbarkeiten realistisch abbilden. Andernfalls besteht die Gefahr von Fehlinvestitionen, deren Folgen erst Jahre später sichtbar werden. Begrenzte Mengen an Biomethan Besonders problematisch könnte die Signalwirkung sein. Viele Eigentümer:innen dürften die neuen Regelungen als Hinweis verstehen, dass eine neue Gasheizung auch langfristig eine sichere Investition bleibt. Ob diese Annahme angesichts steigender CO2-Kosten, begrenzter Biomethanpotenziale und ambitionierter Klimaziele tragfähig ist, bleibt fraglich. Das GModG verfolgt das Ziel, die Wärmewende politisch einfacher und gesellschaftlich akzeptabler zu gestalten. Ob es dadurch jedoch auch wirksamer wird, ist eine andere Frage. Die entscheidende Herausforderung besteht nicht darin, bestehende Technologien möglichst lange zu erhalten, sondern den Gebäudesektor rechtzeitig auf einen klimaneutralen Pfad zu bringen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die „Biotreppe“ tatsächlich eine Brücke in eine nachhaltige Zukunft ist – oder lediglich ein Aufschub grundlegender Entscheidungen. Christian Hagen INFORMATION www.hagen-energiesysteme.de Foto: Daikin Woltorfer Str. 77 C • 31224 Peine 05171 45 79 970 • info@hagen-energiesysteme.de sommer 2026 41

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