BWI Ausgabe 02/2026

Fünf Fragen an die Landespolitik Kommunalwahl 2026 in Niedersachsen Am 13. September 2026 finden in Niedersachsen die Kommunalwahlen statt, bei denen Stadt-, Gemeinde- und Samtgemeinderäte, Kreistage und die Regionsversammlung neu bestimmt werden. Gleichzeitig stehen auch die Wahlen zu den Stadtbezirks- und Ortsräten an. Die Abstimmung fällt in eine Phase erheblicher wohnungspolitischer Herausforderungen: Allein in der Region Hannover fehlen laut Pestel-Institut mittelfristig über 20.000 Wohnungen. Der Sozialwohnungsbestand ist landesweit drastisch geschrumpft, während die Baukosten seit 2020 um mehr als 40 Prozent gestiegen sind und Neubauvorhaben erschweren. Vor diesem Hintergrund haben wir die Parteien in Niedersachsen für Sie gefragt, mit welchen Konzepten sie der angespannten Lage begegnen wollen. CDU Christian Frölich Welche konkreten Maßnahmen schlägt Ihre Partei vor, um den Wohnungsbau zu beschleunigen? Wir wollen Bauen in Niedersachsen schneller, einfacher und günstiger machen. Dazu gehört die konsequente Weiterentwicklung der Niedersächsischen Bauordnung mit dem Ziel, unnötige Vorschriften abzubauen und Verfahren zu beschleunigen. Ein weiterer Aspekt wird die Ausweitung von genehmigungsfreien Bauvorhaben sein, die nur noch angezeigt werden müssen. Zusätzlich muss die NBauO regelmäßig mit der Musterbauordnung und den Bauordnungen anderer Bundesländer abgeglichen werden, um bewährte Vereinfachungen schneller zu übernehmen. Für den Gebäudetyp E müssen Planungshilfen entwickelt werden, damit einfacher und kostengünstiger gebaut werden kann. Die Wohnraum Niedersachsen GmbH muss verpflichtet werden, ihre Bauvorhaben künftig als Pilotprojekte für kostengünstiges Bauen nach dem Gebäudetyp E umzusetzen und nachzuweisen, dass die von ihr verfolgten Konzepte tatsächlich zu mehr bezahlbarem Wohnraum beitragen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beschleunigung von Genehmigungen. Die unteren Bauaufsichtsbehörden benötigen eine einheitliche digitale Infrastruktur statt unterschiedlicher Einzellösungen. Darüber hinaus müssen die Möglichkeiten des sogenannten Bauturbos konsequent genutzt werden . Welche Unterstützung planen Sie für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen? Wir wollen die erfolgreiche Wohnraumförderung in Niedersachsen fortsetzen und weiterentwickeln. Insbesondere prüfen wir die Einführung eines dritten Förderweges, um auch Haushalten der breiten Mitte der Gesellschaft den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu erleichtern. Damit sollen zusätzliche Mietwohnungen entstehen, die nicht an einen Wohnberechtigungsschein gebunden sind. Darüber hinaus prüfen wir einen revolvierenden Fonds zur Zwischenfinanzierung von Grundstückskäufen oder umstrittenen Schrottimmobilien durch Kommunen, um Grundstücksflächen bereitstellen und somit schneller bezahlbaren Wohnraum schaffen zu können. Wie kann der Zugang zu Wohneigentum erleichtert werden? Wir wollen die Grunderwerbsteuer beim erstmaligen Erwerb einer selbst genutzten Immobilie bis 10.000 Euro zurückerstatten. Zudem müssen Kommunen bei der Ausweisung neuer Baugebiete stärker unterstützt und Verfahren vereinfacht werden. Wichtig ist außerdem, die Kosten für Bauland zu begrenzen. Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen müssen auf ein realistisches Maß zurückgeführt werden, damit Grundstückspreise nicht weiter unnötig steigen. Gerade im ländlichen Raum wollen wir mit einem Landesprogramm „Jung kauft Alt“ den Erwerb und die Modernisierung von Gebäuden fördern. Dabei dürfen die neuen Eigentümer:innen nicht durch überzogene energetische Vorgaben überfordert werden. Welche Förderprogramme wollen Sie ausbauen oder neu auflegen? Wir setzen auf eine gezielte Weiterentwicklung bestehender Programme statt auf immer neue Fördertöpfe. Dazu gehören die Fortführung der 42 Energiesparen

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